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Sechs Schweizer Founders, fünfzehn Studierende, eine Woche in Singapur

Text von:Harriet

Die Autobahn vom Flughafen Changi führt mitten durch einen Gürtel aus tropischem Regenwald. Draußen sind es 33 Grad, doch bei 70 Prozent Luftfeuchtigkeit fühlt es sich eher nach 38 an. Ein deutlicher Kontrast zum winterlichen Wetter, das sich gerade in der Schweiz breitmacht. Je näher die Stadt rückt, desto mehr weichen die Bäume einer futuristischen Skyline. Warum Singapur zu den weltweit wichtigsten Wirtschafts- und Finanzzentren zählt, wird schnell klar.

Unsere Co-Founderin Yentl Spiteri ist gerade mit einer Delegation aus Schweizer Founders und Studierenden gelandet. Vor ihnen liegt eine Woche voller Einblicke von führenden Persönlichkeiten aus der regionalen Wirtschaft: knapp 40 Termine in fünf Tagen, mit gerade genug Zeit, um zwischendurch die Sehenswürdigkeiten und das Streetfood der Stadt zu entdecken.

Organisiert wurde die Reise von STARTUP CAMPUS Switzerland, einem Zusammenschluss aus Hochschulen, Verbänden und Technologieparks, der Schweizer Gründer und Start-ups unterstützt. Yentl war eine von sechs Gründern, die gemeinsam mit fünfzehn berufsbegleitend Studierenden eines Masterstudiengangs nach Singapur reisten. Das Ziel: aus erster Hand erfahren, wie Schweizer Unternehmen in Südostasien wachsen können, und zwar direkt von Menschen, die diesen Schritt bereits erfolgreich gegangen sind.

Die Woche begann mit Briefings in der Schweizer Botschaft und beim Singapore Economic Development Board, gefolgt von einer Führung durch das Future Cities Laboratory der ETH Zürich. Danach führte das Programm zu Venture-Capital-Fonds und Investoren wie Active Capital Asia, Farro Capital und 500 Global, zu internationalen Unternehmen wie der Bühler Group und Givaudan, zu schnell wachsenden Firmen wie Ascenda und SGProtein sowie zur Schweizer Business-Community bei SwissCham Singapore.

„Die wichtigste Erkenntnis war für mich die kulturelle Seite: wie Menschen in diesem Teil der Welt Geschäfte machen“, erzählt Yentl. „Südostasien ist eine riesige Region mit vielen unterschiedlichen Kulturen und Sprachen. Wer hier expandieren möchte, muss die lokalen Gepflogenheiten verstehen und lernen, auf neue Weise zu kommunizieren.“

Zwei Themen tauchten in den Gesprächen immer wieder auf: Beharrlichkeit und Resilienz. Und das nicht nur auf persönlicher Ebene, sondern auch mit Blick auf das Land selbst. „Aufgrund seiner geografischen Lage und Geschichte ist Singapur auf beide Eigenschaften angewiesen, um bestehen zu können“, erklärt Yentl. „Genau das hat letztlich dazu beigetragen, dass sich Singapur zu einem der erfolgreichsten Wirtschaftsstandorte der Welt entwickelt hat.“

So wertvoll die offiziellen Termine auch waren, einige der besten Gespräche fanden dazwischen statt. „Die anderen Founders und Studierenden kennenzulernen, war für mich eines der Highlights“, sagt Yentl. „Jeder hat eine völlig neue Perspektive eingebracht.“

Die Studierenden kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen und absolvierten ihren Master berufsbegleitend, während sie unter anderem im Bankwesen oder Marketing tätig waren. Einer von ihnen betrieb nebenbei sogar ein eigenes Weinunternehmen. Ebenso vielfältig waren die Unternehmen der Gründer: von Philip Baumanns Z22 Technologies AG, einem quantitativen Hedgefonds, der sowohl in traditionelle Finanzmärkte als auch in digitale Vermögenswerte investiert, bis hin zu Michael Geraets’ MyCargoGate, einem Logistikunternehmen, das unter anderem zeitkritische medizinische Transporte übernimmt, etwa Stammzellen, die schnellstmöglich ins Labor gelangen müssen.

Die Organisatoren hatten die Founders und Studierenden dazu ermutigt, sich untereinander auszutauschen. Doch das wäre gar nicht nötig gewesen. „Einmal saß ich mit den Studierenden im Van und plötzlich wurde ich mit Fragen regelrecht bombardiert“, erzählt Yentl. „Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, meine Erfahrungen aus der Gründung von Von Peach weiterzugeben und gleichzeitig mehr über die Wege der anderen zu erfahren.“

Natürlich ließ sich nicht alles aus dieser Woche direkt auf Von Peach übertragen. Als Creative Communications Hub produzieren wir schließlich keine physischen Güter (es sei denn, man zählt Storys dazu). Und wir brauchen auch nicht in jedem Land ein eigenes Büro. Dennoch erkannte Yentl einen klaren Bedarf für unsere Leistungen bei Schweizer Unternehmen, die nach Südostasien expandieren.

„Pharmaunternehmen verlagern ihre Produktion nach Singapur“, erklärt sie. „Dabei müssen sie Mitarbeitende entlassen, neue Talente gewinnen und Teams zusammenführen. Genau hier kommen Change Management und Storytelling ins Spiel. Es gibt so viele Bereiche, in denen wir unterstützen könnten.“

Die ersten Folgegespräche laufen bereits. Die Reise könnte also erst der Anfang gewesen sein.

Singapur ist eine Stadt, die durch ambitionierte Pläne und durchdachte Gestaltung geprägt wurde. Doch für Yentl bleibt vor allem eine einfache Erkenntnis: Egal, wo auf der Welt man Geschäfte macht, am Anfang stehen immer die Menschen. Manchmal begegnet man ihnen in einem Konferenzraum im 40. Stock. Und manchmal auf der Rückbank eines Vans.

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